Akkordeon-Orchester
Rüschlikon, Thalwil, Oberrieden

Berichte und Fotos

13. Eidgenössisches Harmonika und Akkordeon Musikfest in Luzern   /   16. - 18. Juni 2000

Ein gelungenes Wettspiel an einem heissen und sonnigen Tag, so könnte man den vergangenen 18. Juni zusammenfassen. Doch bis es soweit war, gab es noch einige hektische Augenblicke. Nun aber der Reihe nach. Bereits Ende letzten Jahres hatten wir uns für das Stück "Vegelin-Suite" von Jacob de Haan entschieden. Dieses Stück ist in der Mittelstufe klassiert und erlaubte es uns, mit der Gesamtformation AII aufzutreten. Obwohl konzertant, überzeugt das vierteilige Stück dennoch mit einer gewissen Leichtigkeit und Rasse. Nach anfänglich einfachen Proben, steigerten wir uns schliesslich bis zur intensivsten Arbeit, welche uns am Ende die Gewissheit gab, das Möglichste getan zu haben.

So trafen wir uns denn am Sonntagmorgen um 7 Uhr früh auf dem Chlibiplatz, um mit einigen Privatfahrzeugen nach Luzern in die Allmend zu fahren. Bereits um 8 Uhr waren die Instrumente ausgeladen und wir warteten, zum Teil bei einem Kaffee, bis wir mit dem Einspielen an der Reihe waren. Obwohl doch alle recht früh aus den Federn mussten, waren wir irgendwie froh darüber möglichst gleich am Anfang spielen zu können, denn es war um diese Zeit noch nicht so heiss. Und dass es sehr warm werden sollte hatte schliesslich der Wetterbericht vorausgesagt. Um 8Uhr35 durften wir schliesslich ins Einspiellokal, wo wir das Stück nochmals spielen wollten. Doch leider gab es hier einen Zwischenfall, der bei gewissen Leuten den Adrenalinspiegel in die Höhe schnellen liess. Unserm Gitaristen passierte das, was in all den Jahren bis jetzt nie vorgekommen war, es riss beim Stimmen eine Saite. Obwohl Reservesaiten vorhanden waren, war die Zeit zu knapp, um dieses Malheur zu beheben. So machte sich denn der Unglückliche auf die Suche nach einer Ersatzgitarre, während wenigstens der Rest des Orchesters noch ein paar Takte zu spielen begann. Nach einigen Minuten kam der Gitarist mit einem Instrument zurück, das er sich von einem anderen Verein ausgeliehen hatte. Leider war es nur eine akustische Gitarre ohne jede Verstärkungsmöglichkeit, was natürlich nicht ganz dem Originalton der üblicherweise verwendeten Elektrogitarre entsprach. Aber immerhin, besser als gar nichts. Und so kam es denn auch, dass bereits der nächste Verein ins Lokal drängte, obwohl wir das Stück noch gar nicht zu Ende gespielt hatten.

Nun galt es Ernst. In nur knapp 10 Minuten mussten wir die ganzen Instrumente, Verstärker und das Schlagzeug einen Stock höher ins Wettspiellokal tragen und dort am richtigen Platz wieder aufstellen. Mit einer kleinen Verspätung gelang uns dies denn auch und während den nächsten sieben Minuten voller Konzentration präsentierten wir der Jury unsere Darbietung. Unterbrochen wurden wir einzig nach dem dritten Teil, als das bereits recht zahlreich anwesende Publikum uns bereits mit einem Applaus beglückte. Dafür getraute sich dann am Ende, als wir wirklich fertig waren niemand mehr so richtig zu klatschen, bis schliesslich unser Dirigent mit einer entsprechenden Geste den Zuhörern klar machte, dass nun wirklich fertig sei. Dies trug zu Heiterkeit und einem kräftigen Applaus bei. In aller Eile trugen wir die Instrumente wieder hinaus, um nun endlich etwas zu verschnaufen und den Vortrag zu besprechen. Eigentlich waren wir uns alle einig, dass uns das Stück ganz gut gelungen war, einzig die Gitarre war natürlich zu leise gewesen. Doch jetzt galt es abzuwarten, was die Jury dazu meinte.

Wir deponierten alle Instrumente in einem separaten Raum, machten einige Fotos und besuchten in Gruppen noch die Vorträge einiger anderer Vereine. Gegen zwölf Uhr traf sich der ganze Verein wieder zum Mittagessen in der Festhalle, in welcher es schon ziemlich warm war. Das Essen schmeckte recht gut und dermassen verpflegt begaben wir uns ins Zentrum, um dem Festumzug beizuwohnen. Es war ein willkommener Zeitvertreib, der uns die Zeit bis zur Rangverkündigung überbrückte.

Kurz vor 16 Uhr trafen wir uns ein weiteres Mal in der Festhalle, um der Rangverkündigung beizuwohnen. Alle Dirigenten mussten sich auf der Bühne besammeln und nun wurden der Reihe nach die ausländischen Vereine, Solisten und Duos, Gruppen, Junioren und schliesslich die Orchester mit ihrer Wertung bekannt gegeben. Obwohl wir eigentlich mit einem "Sehr gut" gerechnet hatten war unsere Freude und Überraschung umso grösser, als wir die Urkunde und den Lorbeerkranz mit dem Prädikat "Vorzüglich" in Empfang nehmen durften.

Mit diesem guten Resultat machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause. Für uns ist klar, dass wir uns nun nicht auf unseren "Lorbeeren" ausruhen werden, sondern dass dies ein Ansporn sein soll, auch in Zukunft mit guten Darbietungen unser Publikum zu verwöhnen.

19.Juni 2000 Remo J. Duda

 

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