Akkordeon-Orchester
Rüschlikon, Thalwil, Oberrieden

Berichte und Fotos

14. Eidgenössisches Harmonika und Akkordeon Musikfest in Lyss   /   11. - 13. Juni 2004

Das diesjährige Akkordeon-Musikfest wird uns allen als sehr langer, dafür nicht minder erfolgreicher und auch gemütlicher Tag in Erinnerung bleiben. Wir hatten uns für den Sonntag als Spieltag angemeldet, welcher uns auch zugesprochen wurde, allerdings schon um 9Uhr. Das Einspielen fand somit um 8Uhr30 statt, so dass uns nichts anderes übrig blieb, als bereits um 5Uhr45 in der Früh vom Chilbiplatz mit unserm Kleinbus samt Anhänger abzufahren. Für einige von uns bedeutete dies, dass sie schon kurz nach 4Uhr aus dem sonntäglichen Schlaf gerissen wurden. Einen Vorteil hatte das Ganze, um diese Zeit herrschte wenig Verkehr, so dass wir ohne Probleme bereits um 7Uhr30 in Lyss eintrafen. Nichts wäre ärgerlicher gewesen, als irgendwo in einem Stau stecken zu bleiben um dann evtl in letzter Minute gestresst am Platz einzutreffen.

So hatten wir aber Zeit und Gelegenheit, uns mit Kaffee und Gipfeli zu verpflegen und uns auf den bevorstehenden Auftritt vorzubereiten. Rechtzeitig begannen wir, die Instrumente vorzubereiten, was vor allem für den Schlagzeuger Lars mit etwas Aufwand verbunden ist. Gemeinsam transportierten wir die Instrumente ins Einspiellokal, wo wir unsere Finger aufwärmen und die eine oder andere Nervosität abbauen konnten. Wobei es damit so eine Sache ist. Es gibt gute Spieler, welche auch nach vielen Jahren bei einem wichtigen Auftritt ins Zittern geraten, andere wiederum sehen der Sache gelassener entgegen. Ich darf mich glücklicherweise zur zweiten Sorte zählen. Nach zweimaligem Durchspielen unseres Stückes "La Storia" von Jacob de Haan, welches übrigens ganze neun Mal an diesem Wochenende vorgetragen wurde, machten wir dem nachfolgenden Verein Platz und begaben uns ins Vortragslokal. Dabei mussten wir feststellen, dass es mittlerweile zu Regnen begonnen hatte, was natürlich sehr "ungesund" ist für ein Akkordeon. So legten wir die jeweils letzten paar Meter unter freiem Himmel im Eilschritt zurück. Nun ging's ein zweites Mal ans Aufstellen der Instrumente. Doch plötzlich stellte unser Bassist Guido fest, dass kein Ton mehr aus dem neuen Keyboard zu hören war. Nach ca. einer Minute, nach mehrmaligem Ausstecken, Einstecken, Ausschalten, Einschalten war der Ton wieder da, genau so mysteriös wie er verschwunden war. Um Punkt neun Uhr erhielten wir das Zeichen zum Beginnen, wir nahmen alle unsere Konzentration zusammen und trugen unser Stück vor. Nachdem der letzte Ton verklungen war, waren wir uns noch nicht ganz im Klaren, wie wir diesen Vortrag zu werten hatten, gab es doch die eine oder andere Stelle, welche nicht ganz den Noten entsprochen hatte. Unter der Mithilfe von Hilfspersonal, welches von den Organisatoren gestellt wurde, trugen und rollten wir die Instrumente zurück ins Materiallager. Dort warteten wir gespannt auf unseren Dirigenten, welcher jeweils ein kurzes Gespräch mit der Jury führt und eine erste Zusammenfassung des Gebotenen erhält. Doch oh Wunder, es schien den Juroren gar nicht so schlecht gefallen zu haben, so dass wir zumindest mit einem "sehr gut" rechnen durften.

Nun galt es, sich die Zeit zu vertreiben bis zur Rangverkündigung am Nachmittag. Als erstes war ein Fototermin angesagt, damit wieder einmal ein aktuelles Vereinsfoto zur Verfügung stand. Dieses kann nun unter den zugehörigen Fotos bewundert werden. Danach teilte sich der Verein in Grüppchen auf, welche sich noch den einen oder anderen Vortrag in den verschiedenen Lokalen anhören wollten. Treffpunkt war um halb eins bei der Seelandhalle zum Mittagessen. Bis dahin zog es mich zur Sparte U-Musik, einer Musikkategorie, welche nun zum zweiten Mal möglich war und einen wachsenden Zulauf verzeichnen darf. Denn auch in dieser Kategorie gibt es anspruchsvolle Stücke, welche durchaus unterschiedlich interpretiert werden können. Es reichte gerade noch für drei Vorträge, dann meldete sich auch schon bald einmal der Magen. Pünktlich trafen wir uns bei der grossen Halle, wo wir dank einem reservierten Tisch sogar alle miteinander Platz fanden. Eigentlich gar nicht so einfach mit tausend weiteren Teilnehmern und Gästen. Das Menü war gut und es gab reichlich. Mit einem Akkordeon-Kafi abgerundet (wenigstens bei einigen) machten wir uns wieder auf den Weg ins Zentrum, denn um 14Uhr sollte ja der grosse Festumzug beginnen. Allerdings war das Wetter etwas schwierig, denn es begann ziemlich heftig zu regnen. Glücklich, wer einen Regenschirm hatte. Ich hatte leider keinen mit dabei, so entschloss ich mich, bei Eva unterzustehen und dafür als Gegenleistung den Schirm zu tragen. Als wir bei der Umzugsroute ankamen, war der Umzug bereits im Gange, er hatte, wie alles an diesem Fest sehr pünktlich begonnen. Nun folgten während ca. 1 1/2 Stunden die verschiedenartigsten Gruppen, von Musikvereinen über lokale Vereine anderer Art sowie verschiedenster lokaler Firmen. Insgesammt 96 Sujets zogen an uns vorüber, mal hatten wir die Schirme offen, mal geschlossen. Das Wetter war so abwechslungsreich wie der Umzug selber. Für die daheimgebliebenen wird er übrigens vom Schweizer Fernsehen, welches am gesammten Anlass mit dabei war, am 3. Oktober um 14Uhr50 ausgestrahlt.

Nach dieser Abwechslung mussten wir auch schon wieder in die Seelandhalle zurück, denn um 16Uhr15 war die Rangverkündigung angesagt. Wenn alles so pünktlich ablief wie bisher, dann sollte es nicht mehr lange dauern bis wir unser Resultat erfahren durften. Und so war es denn auch. Zuerst wurden in unserer Kategorie Mittelstufe diejenigen Vereine vorgelesen, welche das Prädikat gut erhielten. Wir waren nicht dabei. Jetzt kam das Prädikat sehr gut dran. Doch was für eine Überraschung und Freude zugleich, auch hier fiel unser Name noch nicht. So kam es denn, dass wir auch an diesem Fest für unseren Vortrag ein "vorzüglich" erhielten, welches wie üblich durch eine Urkunde dokumentiert wurde. Nach ein paar abschliessenden Worten des O.K. - Präsidenten begaben wir uns zum Materiallager zurück, wo auch bereits unser Chauffeur Fritz Schneider auf uns wartete. In kürzester Zeit war der Anhänger beladen und wir machten uns an die Rückfahrt nach Thalwil. Leider hatten wir die Rechnung ohne den Sonntagsverkehr gemacht, denn bereits nach kurzer Zeit erfuhren wir auf dem Verkehrsfunk, dass es an verschiedenen Orten zu Unfällen und Staus gekommen war. Und so steckten wir denn auch schon bald mittendrin. Mit einiger Mühe erreichten wir dann die Raststätte Deitigen, wo wir uns etwas stärken konnten. An ein Weiterfahren, war allerdings nicht zu denken, denn vor unseren Augen breitete sich ein grosser Parkplatz aus, wo sich sonst eigentlich eine zweispurige Fahrbahn befand. Doch auch der längste Stau geht einmal zu Ende, so war es auch in diesem Fall und wir gelangten dann ohne weitere Zwischenfälle um etwa 20Uhr30 zurück nach Thalwil. Auf dem Chlibiplatz hiess es für die meisten Abschied nehmen, zu dritt fuhren wir dann noch zur Pfisterschüür, wo die Vereinsinstrumente ausgeladen werden mussten. Damit ging ein gelungenes und durchwegs hervorragend organisiertes Fest zu Ende, welches allfälligen Nachfolgern zur Nachahmung empfohlen werden kann.

20.6.2004 Remo J. Duda

 

  Akkordeon Schweiz

Zürcher Kantonaler Harmonika-Musikverband

Akkordeon Orchester Wädenswil
Thalwil                      
Thalwil       Oberrieden     Rüschlikon