Akkordeon-Orchester
Rüschlikon, Thalwil, Oberrieden

Berichte und Fotos

Akkordeon-Orchester auf Konzertreise in Parma (Italien)   /   27. - 29. September 2013
Die beiden Akkordenorchester Wädenswil (AOW) und Rüschlikon, Thalwil, Oberrieden (AO-RTO) nahmen am letzten Septemberwochenende am Festival Internazionale di Fisarmonica „Guido Bogliolo“ teil.

Die Konzertreise nach Italien führte die beiden Orchester, die seit 2009 eine Spielgemeinschaft bilden, dieses Mal nach Parma. Während die Wädenswiler bereits mehrfach in Italien konzertieren durften und deshalb Erfahrung in dieser aussergewöhnlichen Vereinsaktivität mitbrachten, bildete die Konzertreise für die Thalwiler eine Premiere. Veranstalter vor Ort war der bekannte Musiker und Akkordeonweltmeister Giacomo M. Bogliolo.

Gen Süden

Am Freitag Vormittag fanden sich 33 Musikbegeisterte (SpielerInnen, Dirigent Bruno Raimann, Passivmitglieder, Freunde und Angehörige) auf dem Areal der Firma Bührer in Hirzel ein. Unter der Leitung von unserem Chauffeur Roger Leuthold galt es, all unsere Gepäckstücke und Instrumente im Car unterzubringen. Pünktlich um 11.00 Uhr ging’s schliesslich los.

Nach einleitenden Erklärungen durch Roger informierte uns Traugott kurz über den Reiseablauf. Schon bald durften wir den charmanten Verpflegungsservice von Gabi und Marcel in Anspruch nehmen: feine belegte Brötchen und Getränke beruhigten kurz vor dem Gotthardtunnel unsere knurrenden Mägen – das nenne ich exzellenten Kundenservice.

Nach dem eher grauen und feuchten Wetter im Norden erwarteten uns beim Zwischenstopp in Bellinzona bereits spätsommerliche und freundliche 24 Grad. Welches Wetter würde uns wohl im südlichen Parma vergönnt sein?

Gegen halb drei überfuhren wir die Landesgrenze. Jetzt galt die Aufmerksamkeit einiger Reisenden eine Zeit lang den Lastwagenchauffeuren auf der rechten Autobahnspur: Welcher sieht uns winken? Welcher erwidert unsere visuelle Kontaktaufnahme? Und: Mit wem telefoniert er wohl? ;-) Andere Teilnehmer widmeten sich einem kurzen Schläfchen und liessen sich dabei auch von den „Paparazzi“ Remo und Peter nicht stören… Und siehe da: Kurz nach halb fünf Uhr trafen wir (bei angenehmen 28 Grad!) in Parma ein. Direkt vor dem Hotel Palace Maria-Luigia wurden wir vom Maestro Giacomo Bogliolo höchstpersönlich empfangen. Nach dem Einchecken verbrachte man die Zeit bis zum Nachtessen mit ersten Erkundungsspaziergängen in der Stadt, stiess bei einem Apéro auf die Konzertreise an oder gönnte sich etwas Erholung auf dem Zimmer. Der letzte gemeinsame offizielle Programmpunkt am Freitag: das Nachtessen. Giacomo und sein Sohn Maurizio führten uns zu einem Restaurant und wir durften uns dort ein erstes Mal kulinarisch verwöhnen lassen (Risotto, Braten mit Kartoffeln, Dessert). Der Festivalorganisator Giacomo überraschte uns hier mit einem Festival-Käppi.

Ein langer Samstag…

Am Samstag Morgen wurden wir nach dem Frühstück mit einer Stadtführung durch Parma kulturell gebildet. Unsere extra organisierte Stadtführerin Sandra zeigte uns die bekanntesten und interessantesten Gebäude und Plätze der Stadt. Für die einen waren die 3.5 Stunden wohl etwas zu lange und mit zu vielen Informationen verbunden. Es war aber sicher gut gemeint. Zweifelsohne eindrücklich - als ein Beispiel für die Sehenswürdigkeiten der Stadt – ist das Teatro Farnese, ein beeindruckendes Theater ganz aus Holz gebaut! Auf jeden Fall hatten wir uns nach der Führung das feine Mittagessen (Pasta, Poulet, Salat) reichlich verdient!

Die darauffolgende (Frei-)Zeit durfte jede/r nochmals für sich geniessen, bevor der Car uns um 16.00 Uhr nach Felino fuhr. Etwas ausserhalb des Städtchens durften wir in einer Käserei Original-Parmiggianokäse degustieren und, wer wollte, auch erstehen. Der Käse lagert übrigens vor dem Verkauf während zwei Jahren in der grossen Lagerhalle.

Rogers Fahrkünste waren im Anschluss gefragt: Er erledigte die nächste Aufgabe, die anspruchsvolle Fahrt hinauf zum Castello di Felino, abermals mit Bravour. Vor dem grossen Gala-Buffet (naja…) mussten wir noch unsere Instrumente und Verstärker, Notenständer und sonstige Köfferchen in den grossen Konzertsaal ganz oben im Schloss schleppen – eine wahre Herausforderung! Wenigstens konnten wir vor dem eigentlichen Konzert dann einen wunderbaren lauen Sommerabend (mit oder ohne Grappa) geniessen und auf freiwilliger Basis das kleine Salamimuseum besuchen. Das Castello di Felino bildete mit seiner Architektur und der schönen Beleuchtung einen wunderbaren Rahmen für unseren ersten Auftritt.

Um 21.30 Uhr eröffnete das Orchester Swiss Accordion aus dem Tessin, welches das Festival mit uns bestritt, den Konzertabend. Den zweiten Teil durften dann wir bestreiten. Selbstverständlich wussten wir (auch) zu überzeugen. Sicher und harmonisch ausgeglichen präsentierten wir unser Konzertprogramm, welches von den Zuhörern auch dementsprechend mit Applaus verdankt wurde. Als Ansagerin fungierte Margreth Sprecher, die in perfektem Italienisch durchs Programm führte. Ich glaube, der Auftritt im Castello ist uns sehr gut gelungen und wir haben die Konzertbesucher mit einem schönen Musik-Bouquet verwöhnen dürfen. Etwas müde, aber zufrieden, kehrten wir zu fortgeschrittener Stunde in unser Hotel nach Parma zurück.

Zweites Konzert und Geduld beim Schlange stehen

Nach dem Frühstück am Sonntag Morgen hiess das Reiseziel noch einmal Felino: das zweite Konzert stand auf dem Programm (Beginn: ca. 11 Uhr). Es fand im Cinema Teatro statt; die Wetterverhältnisse liessen ein Outdoor-Konzert auf der Piazza Miodini nicht zu. Auch der Auftritt im Theatersaal wurde zu einem ganz speziellen Erlebnis. Beide Orchester nahmen auf der Bühne nebeneinander Platz und trugen abwechslungsweise ihre Stücke vor. Das waren 75 spannende und musikalisch interessante Minuten, nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für alle Mitwirkenden auf der Bühne.

Im Anschluss ans Konzert empfingen uns vor dem Teatro Regentropfen. Schnell und gekonnt beluden wir ein letztes Mal unseren Car. Giacomo hatte vor dem (Nach-)Mittagessen noch einen Stopp bei einem Lebensmittelgeschäft organisiert. Also sorgten die beiden Musikgesellschaften in diesem extra am Sonntag geöffneten Laden für das Geschäft des Jahres. Ein Schwätzchen der Angestellten hier, eine Verzögerung dort: Die Wartezeit für ein Stück Salami oder Schinken war etwas länger, als wir es gewohnt sind... Nachdem alle ihre Einkaufsbedürfnisse erledigt hatten, fuhren wir zu einem Restaurant, wo die letzte Mahlzeit auf italienischem Boden auf uns wartete. Feiner Risotto, Hörnli, Salat, ein Stück Braten und etwas Süsses sorgten für die geforderte Stärkung für fünf Stunden Heimreise.

Nach dem Hauptgang erhielten alle Musiker als Erinnerung ein persönliches und von Giacomo handsigniertes Diplom, welches die Teilnahme am Festival bestätigt, sowie ein Exemplar des Tangos „Funtana Veya“, einer Komposition des Maestros. Danach wurde vor dem Restaurant noch das obligate Erinnerungsfoto geschossen, bevor es galt Abschied zu nehmen. Um ca. 16.00 Uhr nahm unsere Reisegruppe vom Zürichsee die Heimreise unter die Räder.

Trotz etwas Verkehr um Milano verlief auch die Rückfahrt angenehm und ohne Probleme. Erstaunlicherweise schlief unsere jüngste Reiseteilnehmerin Léonie bis zum Zwischenstopp in Bellinzona am wenigsten… Schliesslich erreichten wir Hirzel kurz nach halb zehn Uhr.

Danksagung

Ich möchte es nicht unterlassen, dem Organisationsteam im Namen beider Orchester herzlich zu danken. Merci Erika, merci Gabi, merci Traugott. Ihr habt uns ein tolles Reise- und Konzerterlebnis ermöglicht, das uns lange in Erinnerung bleiben wird. Auch die Thalwiler wissen jetzt, wie mit der italienischen Lebens- und Organisationsweise umzugehen ist. Wir freuen uns alle auf eine Fortsetzung!

Thomas Alpiger
 

  Akkordeon Schweiz

Zürcher Kantonaler Harmonika-Musikverband

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